NPSE-Tagung in Florenz 2026
Auf der internationalen Konferenz New Perspectives in Science Education vom 19. bis 20. März 2026 präsentierte Vivian Keune vom Sonderforschungsbereich 1633 neue Schulexperimente zur Vermittlung nachhaltiger Chemie.
Im Zentrum des Beitrags stand Anilinschwarz, einer der ältesten synthetischen Farbstoffe, der heute als möglicher Energiespeicher erneut an Bedeutung gewinnt. Dieser Farbstoff kann nicht nur klassisch unter umweltschädlichen und krebserregenden Bedingungen hergestellt werden, sondern auch elektrochemisch, also mithilfe von elektrischem Strom. Dieser alternative Weg kann auch sicher und unkompliziert in der Schule durchgeführt werden und ermöglicht anregende Diskussionen über moderne Strategien zur Problemlösung in der Chemie.
Die Elektrifizierung organischer Synthesen, die Verwendung neuer Katalysatoren und die Suche nach ungefährlicheren Synthesewegen sind zentrale Themen im SFB 1633. Mithilfe der neu entwickelten Experimente kann auch in der Schule an einem authentischen Beispiel vermittelt werden, wie moderne Forschung eine sicherere und nachhaltigere Chemie ermöglicht.
Die Präsentation stieß auf großes Interesse beim internationalen Publikum und sorgte für viele angeregte Diskussionen. Die vollständige Veröffentlichung und die Experimente finden sich kostenlos zugänglich unter https://conference.pixel-online.net/NPSE/acceptedabstracts_scheda.php?id_abs=7925.
Studieninformationstage 2026
Am 9. und 10. März fanden erneut die alljährlichen Studieninformationstage an der Universität Göttingen statt, bei denen Interessierte unterschiedlichste Angebote, Vorträge und Mitmachaktionen besuchen konnten. Zahlreiche Klassen, Lehrkräfte und Familien nutzten die Gelegenheit, einen ersten Eindruck in das Studienangebot sowie den universitären Alltag zu gewinnen.
Auch der Sonderforschungsbereich 1633 war an beiden Tagen mit einem Informationsstand vertreten und lud die Teilnehmenden ein, aktuelle Forschungsmöglichkeiten kennenzulernen. In persönlichen Gesprächen mit Promovierenden, wissenschaftlichen Angestellten und Professoren am Stand konnten die Teilnehmenden ganz unkompliziert und zwanglos über das Studium, Karrierewege in der Wissenschaft oder aktuelle Forschungsmöglichkeiten sprechen. Besonderes Interesse weckten dabei die präsentierten Experimente zur Wasserstoffgewinnung und -speicherung, an denen die Vorteile und Herausforderungen nachhaltiger Energietechnologien und die Forschungsziele des SFB 1633 anschaulich diskutiert werden konnten.

Facharbeiten im SFB1633
In den letzten Wochen durften wir im SFB1633 eine Schülerin und einen Schüler vom Otto-Hahn-Gymnasium in unseren Laboren begrüßen. Im Rahmen ihrer Facharbeiten erhielten sie die Gelegenheit, eigenständig an aktuellen Forschungsprojekten mitzuarbeiten und einen authentischen Einblick in den wissenschaftlichen Alltag zu gewinnen.
Inhaltlich beschäftigten sie sich mit Fragestellungen aus der modernen Elektrochemie. Schwerpunkte lagen dabei zum Beispiel auf der elektrochemischen Herstellung von Chemikalien oder der Entwicklung von Oberflächenmodifikationen - zukunftsweisende Ansätze, um nachhaltige und energieeffiziente Produktionswege zu ermöglichen. Darüber hinaus arbeiteten sie an der Aufklärung von Reaktionsmechanismen, um die zugrunde liegenden Prozesse auf molekularer Ebene besser zu verstehen.
Wir freuen uns sehr über das große Engagement und Interesse, mit dem die beiden ihre Projekte verfolgten, eigenständig Experimente planten und Messreihen durchführten und wünschen ihnen für ihren weiteren Weg viel Erfolg und Neugier auf die Welt der Wissenschaft!

Schulklasse lernt aktuelle SFB-Forschung kennen
Am 12. Dezember besuchte eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern vom Gymnasium am Markt aus Achim die Abteilung für Fachdidaktik Chemie und erhielt Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte des SFB 1633:
In vier Experimentierstationen konnten die Teilnehmenden selbst aktiv werden: Sie gewannen elektrochemisch verschiedene Farbstoffe, bauten einen Akku, stellten fluoreszierende Nanopartikel her oder untersuchten die Eigenschaften von Titandioxid. Auf diese Weise wurde erlebbar, wie sehr elektrochemische Prozesse bereits heute unseren Alltag bestimmen und wie entscheidend die Forschung an neuen Materialien und energieeffizienten Verfahren für zukünftige Anwendungen ist.
Begleitet wurde die Laborarbeit durch inhaltliche Einführungen zu den jeweiligen Forschungsthemen und durch Gespräche mit Studierenden und Mitarbeitern der Universität. Dabei erhielten die Schülerinnen und Schüler nicht nur einen Einblick in moderne chemische Forschung, sondern auch in den wissenschaftlichen Alltag an der Universität.
MINT-EC-Camp im XLAB zu nachhaltiger Elektrochemie
Vom 3. bis 7. November fand am XLAB ein MINT-EC-Schülercamp zur Elektrifizierung chemischer Prozesse statt, bei dem Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland nachhaltige Zukunftstechnologien kennenlernen konnten. Das fünftägige Programm bot eine abwechslungsreiche Mischung aus Experimenten zu Schadstoffabbau und -vermeidung, zu elektroorganischen Synthesen und modernen analytischen Methoden.
Ergänzend dazu erhielten die Teilnehmenden spannende Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte der Göttinger Chemie: Im Wöhler Research Institute for Sustainable Chemistry (WISCh) erfuhren sie mehr über die Entwicklung effizienter Katalysatoren, während Führungen in den Arbeitskreisen von Professor Meyer und Professor Schneider (SFB 1633) zeigten, wie Photochemie, Elektrochemie und Analytik in der aktuellen Grundlagenforschung zusammenwirken. Als Abschluss des Camps nutzten die Teilnehmenden ihr im Camp erlangtes Wissen, um selbstständig eine Apparatur zur Reinigung von Schwimmbadwasser und ein Verfahren zum Auffangen und Abbau von Kohlenstoffdioxid zu entwickeln.
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